Theater, vom griechischem abgeleitet, etwa Schaustätte oder anschauen, hat eine lange und internationale Tradition. Theater stellt eine Kommunikation, optimalerweise mit einer interessanten Handlung, zwischen darstellenden Künstlern und Publikum her. Es gibt archäologische Hinweise auf frühe Formen des Theaters bereits in der Steinzeit, wobei es sich um tänzerische Vorführung gehandelt haben soll. Auch die Ägypter kannten theatralische Aufführungen, meist mit religiösem Hintergrund.
Doch das moderne, aktuelle Theater geht auf die Griechen zurück. Durch das „Theatron“ was dem heutigen Zuschauerraum entspricht, wurden Aufführungen präsentiert. Es ist historisch verbrieft, dass die Griechen eine ausgeprägte Theaterkultur besaßen, die auch im Mittelmeerraum Verbreitung fand. Bei den Römern wurde das Theater etwa zur Zeit des Punischen Krieges das Schauspiel etabliert, welches dann zugunsten der Pantomime an Wert und Verbreitung verlor. Im Mittelalter, geprägt durch einen klerikalen Einfluss wurden Passionsspiele aufgeführt. Die Reformation brachte unter Berücksichtigung der Wünsche der Bevölkerung eine Lockerung in der Themenauswahl, und das Theater wurde in mehreren Variationen einem breiten Publikum zugänglich gemacht.
Theater kennt mehrere Formen der Darbietung
Vier klassische Formen des Theaters sind bekannt und seit ca. 1830 als solche getrennt. Es handelt sich um das herkömmliche Sprechtheater, bei dem beispielsweise Komödien oder Tragödien aufgeführt werden. Eine weitere Sparte ist das Musiktheater, bei dem Opern, Operette oder Musical dargeboten werden. Die weiteren Formen sind das Tanztheater oder Ballett sowie das Figurentheater, bei dem die Darsteller durch Puppen ersetzt werden. Theater ist stets das Zusammenspiel vieler Akteure, und zwar vor und hinter der Bühne. Das fertige Produkt, ein Theaterstück, erfordert bis zur Aufführung eine unglaublich große Anzahl an Mitwirkenden, und zwar sowohl aus dem künstlerischen wie auch aus dem technischen Bereich. Im künstlerischen Bereich sind z. B. der oder die Autoren, Komponisten, Regisseure, Choreografen, Schauspieler, Komparsen und Statisten um nur einige wichtige zu nennen. Nur damit nicht genug, denn auch der technische Bereich ist nicht nur wichtig, sondern auch personalintensiv. Neben der technischen Leitung, der Bühnenarbeiter, Lichtmeister und der gesamten handwerklichen Mitarbeiter zur Herstellung des Bühnenbildes sind auch die kaufmännischen Mitarbeiter, von der Personalabteilung bis zur Kassenkraft die die Eintrittskarten verkauft.
Wirtschaftlichkeit des Theaters
Die bereits dargestellte Notwendigkeit einer sehr intensiven Personaldecke macht den Betrieb eines Theaters selten wirtschaftlich. Das ist der Grund, warum die meisten Theater in Deutschland in staatlicher Trägerschaft sind oder mit staatlicher Unterstützung betrieben werden. Allgemein wird geschätzt, dass die Einnahmen aus Kartenverkäufen 20 % der Gesamtkosten ausmachen, was bedeutet, dass jede in Deutschland verkaufte Karte für eine Theateraufführung mit durchschnittlich ca. 95 Euros subventioniert wird. In Zeiten knapper Kassen spart die öffentliche Hand wo immer möglich, leider oft falsch im Bereich Kultur. Das trifft auch und besonders die darstellenden Künste und das Theater. So formieren sich Fördervereine, es werden Verträge für Sponsoring abgeschlossen und Kunstmäzene müssen die Rolle der Finanziers einnehmen. Diese Entwicklung ist jedoch gefährlich. Ein kommerzielles Theater mit Sponsoring von Unternehmen, die natürlich Werbezwecke verfolgen, darunter kann und wird die Qualität zumindest langfristig leiden. Auf der anderen Seite kann die Erhöhung der Preise für Eintrittskarten das Spielen vor leerem Auditorium bedeuten. Eine pluralistische, kulturorientierte Gesellschaft sollte auf anspruchsvolle Theatervorstellungen nicht verzichten müssen.
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